Die Ernährungspyramide Quantität & Qualität

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Jeder kennt sie und kann sie zumindest im Groben wiedergeben. Jedoch orientiert kaum jemand seine Ernährungsweise daran. N ahrungsaufnahme ist so selbstverständlich für uns, dass es teils schwerer Erkrankungen bedarf, dass man sich überhaupt damit befasst. Die Idee der Ernährungspyramide lässt sich gut überblicken und auch logisch begreifen. Verfeinert mit einigen qualitativen Details, erhält man ein
im Alltag umsetzbares und gesundes Plus an Lebenskraft.

Über den Ursprung der ersten Pyramide lässt sich -hier wie dort- streiten. Das erklärte Ziel aller Ernährungspyramiden ist, eine vor allem quantitative Zusammenstellung der empfohlenen Nahrungsmittel, um dem Körper die nötigen Nährstoffe in einer ausgewogenen Weise anzubieten.
Der Verbrauch steht auf der anderen Seite der Bilanz, wenn es um Mengenangaben geht. Deshalb haben die verschiedenen Modelle über die Jahre Anpassungen erfahren. Schließlich verarbeitet auch jedes Modell Mensch das Nahrungsangebot
anders und ein Hochleistungssportler wird einiges mehr brauchen, als ein Otto-Normalverbraucher. Somit kamen also verschiedene Versionen zustande, die für die rechte Popularität auch ein zeitgemäßes Design erhalten haben (z.B. senkrechte Balken, anstatt horizontale). Um die genauen Mengen-, oder Kalorienangaben streiten sich die Experten.

Steinzeit-Food

Betrachtet man den Inhalt der Darstellungen genauer, erkennt man intuitiv den Wahrheitsgehalt der Empfehlungen. Schon der erste Blick empfiehlt viel Getreideprodukte, sowie Kartoffeln, Hülsenfrüchte etc je nach Kulturkreis. Direkt darüber Obst und Gemüse. Nehmen wir die Trinkmenge hinzu, bekommen wir eine noch stabilere Basis.
Aus evolutionär-historischer Sicht machen diese Grundnahrungsmittel Sinn. Mussten wir ja schließlich über viele Tausend Jahre von dem leben, was uns Mutter Erde freigiebig schenkte. Eine Beere hier, eine Wurzel da. Das Problem an (tierische) Fette -sprich Fleisch- zu kommen, ist in der Natur ja, dass die Biester abhauen, wenn man ihnen zu nahe kommt.
So hat sich unser Organismus über eine unvorstellbare Zeit an dieses Angebot angepasst. Und genetisch gesehen, gibt es laut neuesten Forschungen keinen Unterschied von uns zu den Steinzeitmenschen. Was sich verändert hat, ist unser Know-How und damit unser Einfluss auf die Resourcen dieses Planeten.

Fleisch & billig

Erst die groß angelegte Viehzucht gönnt uns den gewohnten Luxus. Über das alte Maß sind wir in den letzten 50 Jahren weit hinausgeschossen. Mittlerweile reden wir ja von industrialisierter Viehzucht und -verarbeitung. Klimagase, Wasserverbrauch, (zu rodende) Weideflächen u.v.m. sind Kollateralschäden, die hier und da mal durch die Presse blitzen, aber am Konsum wenig zu ändern vermögen. Ist doch der wertvolle Energieträger (Fett) tief in unserer Genetik als höchst wertvoll verankert.
Ähnlich verhält es sich mit den anderen Spitzenthemen Milch-, Eiprodukte und Leckereien. Selbstbelohnung, Frustessen und „weils‘s halt da ist“ sind altbekannte Automatismen. Immerhin schafft es die Industrie den Nachschub nie ausgehen zu lassen und überströmt den Konsumenten mit immer ausgefeilteren Lockstrategien.

Mengenqualität

Das Schöne daran ist dennoch, dass alles in der Pyramide vorkommt. Wir haben nur die Aufgabe die Verhältnisse auf unser tatsächliches Bedürfnis anzupassen und zur Quantität eben auch die Qualität zu würzen. Die Zeitpunkte, wann man welche Nahrung zuführt, sollte ebenso ein essentieller Bestandteil sein. Der spätabendlich genossene Spaghetti-Teller führt wohl eher zu unerholsamen Nächten, als zu energetischem Schaffen nach dem Mittagstisch. Genauso dankt es unser Körper (Immunsystem u.a.) der Darmflora, wenn diese sich auf eine ausgewogenere Nahrungszufuhr einstellt. Denn Körpersäfte und Symbionten verändern sich kurz- und langfristig mit der Ernährung.
Der heutige Ernährungsplan sollte also nicht nur die Mengenverhältnisse berücksichtigen, sondern auch Herkunft und Herstellung. Schonen wir dabei Umwelt und damit auch unseren Körper, stellt sich das natürliche Gleichgewicht automatisch wieder ein. Bekannt ist ja, dass der Geldbeutel dabei weniger geschont wird und man das teurere Biofleisch nicht täglich auf dem Teller findet.

Fazit

Anstatt breitere Stühle in öffentliche Einrichtungen zu bauen (USA), nehmen wir unsere Gesundheit und ökologisches Miteinander selber in die Hand. So stellen wir Weichen für die Industrie, Unterstützen die regionale Wirtschaft und kehren bewusst etwas zurück zu uns selbst.

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